Sylvano Bussotti

Sylvano (Silvano) Bussotti, geboren am 1. Oktober 1931 in Florenz, entstammt einer Künstlerfamilie (sein Bruder Renzo und sein Onkel Tono Zancanaro waren Maler). Schon in jungen Jahren durfte Silvano das Teatro Comunale besuchen, wo sein Vater als Platzanweiser tätig war. Mit fünf Jahren begann er bei Margherita Castellani mit dem Violinspiel und kam im Okt. 1941 ans Konservatorium von Florenz, das er aufgrund des Kriegs nur wenige Monate besuchte. Erst 1947–49 konnte er dort sein Studium wieder aufnehmen bei Gioachino Meglioni (Violine), Roberto Lupi (Harmonielehre und Kontrapunkt) und Amleto Manetti (Klavier im Nebenfach). Entscheidend war die Begegnung mit Luigi Dallapiccola, der ebenfalls Klavier im Nebenfach anbot und Bussotti in die Dodekaphonie einführte. Dallapiccola wurde zu seinem idealen Lehrer.

Es folgte eine autodidaktische Ausbildung, konzentriert auf das Studium der Gesangstradition italienischer Polyphonie, die – ähnlich den Erfahrungen von Luigi Nono und Bruno Maderna – eine italienische Linie innerhalb der Sprache der Neuen Musik bildet (und die Dodekaphonie Dallapiccolas fortsetzt und neu interpretiert). Die spätere Mitgliedschaft in der Schola Fiorentina, die aus der Klasse Dallapiccolas hervorging, öffnete ihn für die neuen Strömungen der europäischen Avantgarde, vor allem dank Carlo Prosperi, ebenfalls Mitglied der Schola Fiorentina.

In Paris besuchte er 1956–58 Privatkurse ...